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Ministerpräsidentin Hannelore Kraft zu Gast beim Neujahrsempfang des Kirchenkreises An der Ruhr

Im Mülheimer Haus der Kirche war Hannelore Kraft schon oft zu Gast, beim diesjährigen Neujahrsempfang des Evangelischen Kirchenkreises An der Ruhr zum ersten Mal im neuen Amt als Ministerpräsidentin.

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft sprach beim Neujahrsempfang des Evangelischen Kirchenkreises an der Ruhr. Foto: Kirchenkreis
Über „Regieren und ethisches Handeln“ hielt die Mülheimerin ihren Gastvortrag. Mit dem Empfang beginnt der Kirchenkreis An der Ruhr traditionell das neue Kirchenjahr zum 1. Advent. Als Christ habe man es da „zunächst einmal recht einfach“, begann Protestantin Kraft. „Wir haben ja die zehn Gebote.“ Vor allem auf die soziale Dimension des Dekalogs hob sie in ihrer Rede ab. Ziel sei es, durch ethische Regeln die Freiheit einer Gesellschaft zu bewahren, deshalb seien auch die Gebote
 immer gebunden an den Umgang mit dem Nächsten. „Da steht nie: Wenn du frei sein willst, dann sorge für dich. Sondern da steht immer: Wenn du frei sein willst, dann musst du für andere sorgen. Dann muss der eine für den anderen sorgen. Er muss ihn achten und auf ihn achten.“

Dass dies nicht immer funktioniere, dass Freiheit auch missbraucht werde, stehe außer Frage. Doch nicht das vermeintliche Ausnutzen sozialer Hilfen sei der Fehler, nur die wenigsten nähmen freiwillig Hartz IV in Anspruch. Die „eigentlichen Probleme in Deutschland“ trügen schon lange keine Trainings-anzüge mehr, „sondern auch und vor allem Nadelstreifen“. Parallelgesell-schaften beschrieb die Ministerpräsidentin als eigentliches soziales Problem – bei manchen Zuwanderern, aber auch am „anderen Ende“ der Gesellschaft: „Bei denen, die sich die bessere Variante des Ausstiegs leisten: Mit teuren Privatkindergärten, teuren Internaten und teuren Privatuniversitäten. Und die immer und immer wieder zeigen, dass sie den Staat und seine Regeln nicht brauchen und nicht wollen.“

Hier sei ein handlungsfähiger Staat gefragt. Dem bliebe indes immer häufiger nur noch die Aufgabe des „Reparaturbetriebs“. Teilweise hätten Kommunen höhere Budgets für die Inobhutnahme von Kindern, als für den Betrieb ihrer Kindertagesstätten. „Wir müssen mehr in Vorbeugung investieren“, forderte Kraft, wohl einräumend, dass Prävention und zusätzliche Bildungs- und Freizeitangebote meist freiwillige Leistungen der Kommunen seien und in diesen Tagen oft dem Rotstift zum Opfer fielen.

„Wer Freiheit und Stärke will, braucht Regeln und die Hinwendung zu den Schwachen“, schloss die prominente Gastrednerin ihren Vortrag. Christen sei diese Wahrheit vertraut, denn ihnen liefere der Glauben eine entscheidende Hilfe, Freiheit im Miteinander und durch Miteinander zu verwirklichen.

Den kompletten Redetext finden Sie online auf wwww.kirche-muelheim.de.
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