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Superintendentin trifft Superintendent

"Die Partnerschaft mit Ruanda hat einen besonderen Stellenwert für uns" begrüßte Ferdinand Isigkeit, Superintendent des Kirchenkreises Moers am 25. Oktober seine Kollegin aus dem Kirchenkreis Kigali in Ruanda, die neu gewählte Superintendentin Therèse Mukamakuza, sowie Edith Nyirabarera.

Der Kirchenkreis vom Niederrhein ist seit genau 25 Jahren mit der Presbyterianischen Kirche von Ruanda (Eglise Presbytérienne au Rwanda, EPR) partnerschaftlich verbunden. Seitdem gibt es immer wieder Treffen, in der sich die deutschen und die ruandischen Christen austauschen.
Isigkeit berichtete den beiden Frauen, dass der Kirchenkreis Moers viele Gemeindeglieder verliere. Zwar treten nur wenige aus der Kirche aus.
Aber mehr Menschen sterben als getauft werden. Den größten Verlust erleiden die Kirchengemeinden allerdings dadurch, dass viele Menschen wegziehen. Ein ähnliches Problem mit ganz anderen Ursachen gibt es auch in Ruanda, erläuterte die afrikanische Kollegin. Die Stadt Kigali hat strenge Bauverordnungen eingeführt, die viel Geld verlangen. Diese können von den Armen nicht erfüllt werden, sie müssen die Stadt verlassen. Nur noch reiche Menschen, die mit der EPR nichts anfangen können, könnten es sich leisten, in die Stadt zu ziehen.

Gekommen waren die beiden Frauen an diesem Abend auch, um zu hören, wie der Kirchenkreis Moers seine diakonischen Wohlfahrtsaufgaben wahrnimmt und die Erwachsenenbildung organisiert. Karin Menzel, Leiterin des Neuen Ev. Forums, erläuterte, dass Bildung für die ev. Kirche nicht allein Wissensvermittlung sei. "Bildung soll dem einzelnen Menschen helfen, sich selbst zu entwickeln. Das heißt auch, dass er die Welt, in der er lebt, versteht, um sich frei und bewusst darin bewegen zu können, und auch lernt, andere zu akzeptieren." Sie berichtete dann, welche Bildungsbereiche vom Neuen Ev. Forum abgedeckt würden, z. B. Familienbildung, theologische und politische Fragen und Themen der Partnerschaft.

"Wir müssen nicht nur das Wort Gottes verkündigen", führte Rainer Tyrakowski-Fresse, Leiter des Diakonischen Werks, den Sinn von Diakonie aus, "sondern auch den Menschen in Not helfen." Deswegen gäbe es viele Tafeln für Erwachsene und Kinder, von der Diakonie organisiert, die Schuldnerberatung, die Drogenhilfe, die Sozialberatung. Als Probleme in Deutschland benannte er, dass Kinder in einer zunehmend älter werdenden Gesellschaft zu wenige Fürsprecher haben. Zweitens, dass Ältere, wie auch Jugendliche, insbesondere mit Migrationshintergrund, größere Probleme bei der beruflichen Integration hätten. Gegen diese Entwicklung stellen die Diakonie, wie auch Ev. Kirchengemeinden schon länger Projekte, die integrationsfördernd sind, etwa Schulaufgabenhilfe, Jungengruppen etc.
Bereits am Sonntag, 24. Oktober, hatte es in der Ev. Kirchengemeinde Vluyn einen Festgottesdienst angesichts des Partnerschaftsjubiläums gegeben. Nikolaus Schneider, Präses der Ev. Kirche im Rheinland, predigte, Jürgen Thiesbonenkamp, Leiter der Kindernothilfe und ehemaliger Superintendent des Kirchenkreises Moers sprach. Auch das frisch erschienene Buch zum Jubiläum wurde vorgestellt.




Superintendentin Therèse Mukamakuza überreicht dem niederrheinischen Kollegen vom Kirchenkreis Moers, Superintendent Ferdinand Isigkeit ein Mitbringsel aus Ruanda.  Foto: Privat.

Auf dem weiteren Programm der beiden Besucherinnen stehen Besuche u. a.
bei der Kindernothilfe, bei Konfirmandinnen und Konfirmanden in Kapellen, der ev. Flüchtlingsberatung in Moers. Außerdem ein Besuch beim Kreissynodalvorstand (KSV) des Kirchenkreises Moers. Der KSV leitet den Kirchenkreis zwischen den beiden jährlichen Parlamentsversammlungender
28 ev. Kirchengemeinden im Kirchenkreis, den Synoden. Dann werden die beiden Christinnen aus Ruanda den KSV-Mitgliedern von der Kirche, ihren Projekten, Erfolgen und Problemen in Kigali berichten. Am 5. November werden sie nach zwei Wochen am Niederrhein in die ruandische Hauptstadt zurückkehren und die Kirchenmitglieder dort über ihre Erfahrungen informieren.
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