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ThyssenKrupp-Chef trägt schwer an der Verantwortung

Der Vorstandsvorsitzende der ThyssenKrupp AG, Dr. Ekkehard D. Schulz hielt am Sonntag die sechste Kanzelrede im Jubiläumsjahr der ersten reformierten Generalsynode in der Salvatorkirche. Schulz sprach über das Thema: „Wir sind so frei ... Verantwortung von Unternehmern“.

Er wies darauf hin, dass Unternehmertum und Verantwortung nicht selten schmerzhaft miteinander verbunden seien.



Der Chef der ThyssenKrupp AG, Dr. Ekkehard D. Schulz, bei seiner in der Duisburger Salvatorkirche. Foto: Privat

Jeder Unternehmer müsse wirtschaftlich handeln, so Schulz, und darin sei er alles andere als frei. Er nahm die Salvatorgemeinde mit auf „einen Streifzug durch die seelischen Kümmernisse eines Vorstandsvorsitzenden“. Als Beispiel benutzte er die großen Stahlwerksschließungen an Rhein und Ruhr in den achtziger Jahren, bei denen er die Entscheidungen persönlich mit getroffen habe, die dazu führten, dass viele Menschen ihren Arbeitsplatz verloren. Er sei mit den Emotionen der Leute konfrontiert gewesen. Das sei ihm nicht leicht gefallen, er habe sich immer gefragt, ob er auch wirklich alle Möglichkeiten ausgelotet hatte. Jedoch sei der radikale Schnitt nötig gewesen, um das Unternehmen konkurrenzfähig zu halten.
Schulz zeigte sich zufrieden damit, dass es damals gelungen sei, die Arbeitsplätze sozialverträglich abzubauen. Es habe keine betriebsbedingten Kündigungen gegeben. Die Lösung sei immer im Einklang mit den Betriebsräten erreicht worden. Schulz bezeichnete das Bemühen um Verständigung und Zusammenarbeit als Kern des christlichen Miteinanders. Er zitierte den Theologen Hans Küng: „Dass bei aller Härte der Auseinandersetzungen die Machthaber – Unternehmer und Gewerkschaftsführer – bereit sind, im Einzelfall auch einmal Macht, Gewinn, Einfluss zu verschenken. Und zum Rock auch noch den Mantel zu geben.“
Schulz bezeichnete sich als global orientierten Christen und sah im weltweit verschärften Wettbewerb Chancen und Risiken. Nur wirtschaftliches Wachstum könne die großen Nöte der Menschheit wie Armut, Hunger und Krankheiten lösen. Dabei sei der Glaube Grundlage für verantwortliches Handeln.
Salvatorpfarrer Peter Krogull dankte Ekkehard Schulz für seine persönliche, nachdenkliche und engagierte Rede und kündigte an, dass die Veranstaltungsreihe der Kanzelreden im nächsten Jahr fortgesetzt werden soll. Die letzte Kanzelrede im Jubiläumsjahr hält am zwölften Dezember die Präsidentin des Zentralrates der Juden in Deutschland, Dr. Charlotte Knobloch. Ihr Thema wird sein: „Wir sind so frei … wie frei sind wir wirklich? Jüdisches Leben in Deutschland heute.“
Text: Sabine Merkelt-Rahm
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