Wiedersehen beim Ehemaligentreffen
Vertraute Gesichter und etwas von dem Gefühl von nach Hause kommen, das war die Stimmung mit der die rund 90 ehemaligen Freiwilligen am Samstag in Hagens Jugendherberge eintrafen um gemeinsam das Ehemaligentreffen des Diakonischen Jahres zu erleben.
Eine Familienangelegenheit: Vater Dieter, Mutter Erika und Tochter Kerstin Keller haben alle ein Diakonisches Jahr gemacht. Das Einsatzjahr war unterschiedlich, die positive Erfahrung aber identisch. Foto: Maja Schültingkemper.
Ehemalige Diakonische Helferinnen und Helfer im Alter zwischen 73 und 19 Jahren nutzten die Stunden, um sich über ihre Zeit während des Diakonischen Jahres auszutauschen und wie es ihnen in der Zwischenzeit ergangen ist.
Für viele bedeutete das Treffen sehr vertraute und liebgewonnene Menschen wieder- zutreffen, mit denen man eine ganz besondere Erfahrung teilt: die Erfahrung, sich ein Jahr seines Lebens der Aufgabe gestellt zu haben für andere da zu sein. Selbst jene, die sich vorher noch nie begegnet waren, erlebten ein Gefühl der Verbundenheit. Henrike Pinkal aus dem Jahrgang 2009 dazu: „Es ist schon erstaunlich, dass sich eigentlich fremde Menschen so offen begegnen und man das Gefühl hat, etwas gemeinsam zu haben“. Alle Anwesenden wussten, wie es ist, sich grundlegend auf etwas ganz Neues einzustellen, sich in einem Team für andere Menschen verantwortlich zu fühlen, Erfahrungen der Selbständigkeit zu machen und an einer Aufgabe zu wachsen. Der Einsatz im sozialen Bereich hat viele gelehrt, sich selber mehr zuzutrauen und auch mit schwierigen Situationen souverän umgehen zu können. Viele hat dieses Erleben bis heute tief geprägt und ist eine Bereicherung für den gesamten weiteren Lebensweg, weit über eine berufliche Orientierung hinaus.
Nicht nur gefühlt hatten es die Teilnehmenden des Wochenendes mit einer Familienangelegenheit zu tun, auch ganz real sind ganze Familien mit dem Diakonischen Jahr eng verbunden. Unter diesen Vorzeichen hat auch die Familie Keller das Treffen besucht. Dieter und Erika Keller lernten sich während ihres freiwilligen Einsatzes 1966 in Bethel kennen und lieben. Heute sind sie 45 Jahre verheiratet und besuchen das Treffen mit ihrer Tochter Kerstin, die ebenfalls ein Diakonisches Jahr absolviert hat (1992).
Genügend Raum für jede Menge Gespräche stand bei dem Treffen deutlich im Mittelpunkt. „Was ist alles passiert?, was hat man verpasst?, wie geht es bei den Einzelnen weiter?“, waren genauso Gesprächstoff wie die Entwicklungen im Freiwilligen Sozialen Jahr rund um den Wegfall der Zivildienststellen und die Katastrophe in Japan. Neben den Dialogen sorgten die Workshops Gospel und Kreativ für Unterhaltung und am Abend bescherte das Improtheater „Die Hottenlotten“ aus Bochum den Teilnehmenden des Treffens etliche Lachattacken und eine ausgelassene Stimmung. Nicht zuletzt der gemeinsame Gottesdienst am Sonntag verdeutlichte noch mal die Wurzeln des Diakonischen Jahres, zu dem erstmals vor über 50 Jahren mit den Worten „Ein Jahr für Gott und ein Jahr für den Nächsten“ aufgerufen wurde.
Den Kontakt nicht abreißen lassen
„Uns als Einrichtung Diakonisches Jahr als Teil der Evangelischen Kirche von Westfalen, ist es wichtig den Kontakt zu unseren Ehemaligen zu halten“, so die Leiterin des Freiwilligendienstes Ute Gerdom. Manchmal sei es natürlich nicht so einfach, denn schließlich seien es schon über 7000 Menschen, die seit der Gründung des Diakonischen Jahres 1958 ein solches absolviert haben. „Aber gerne möchten wir immer wieder Möglichkeiten und Räume zur Verfügung stellen, damit auch der Kontakt unter den Ehemaligen selbst gepflegt werden kann“. Einige tun das auch ganz ohne Unterstützung, aber „für alle sollen“, so Gerdom, „die Ehemaligentreffen jetzt regelmäßig alle drei Jahre angeboten werden. Die positiven Rückmeldungen zeigen, dass viele es genießen, sich an die besondere Zeit in ihrem Leben zu erinnern“. Das findet auch der 22 jährige Christoph Walter aus Trier, „Die Idee eines solchen Treffens finde ich super schön!“.
