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Integration ist eine Querschnittsaufgabe der Gesellschaft

Der westfälische Präses Alfred Buß hat sich für eine pluralistische Gesellschaft ausgesprochen, die religiöser, kultureller und ethnischer Vielfalt Raum bietet. Bei einem Studientag der evangelischen Kirchen Nordrhein-Westfalens kritisierte der leitende Theologe der westfälischen Landeskirche jetzt in Dortmund, die Teilhabe an Bildung, Arbeit, Gesundheit, Politik und anderen Bereichen sei für immer mehr Mitglieder der Gesellschaft nicht mehr selbstverständlich.

Präses Buß
Der Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen sprach sich bei einem Studientag in Dortmund für eine pluralistische Gesellschaft aus. Foto: EKvW.

Deshalb brauche es Rahmenbedingungen, „die den Zugang zu öffentlichen Einrichtungen gewährleisten – bei der Bildung, dem Arbeitsmarkt, der Gesundheitsversorgung und dem Netz der sozialen Sicherung“. Integrationspolitik ist nach Überzeugung von Präses Buß eine Querschnittsaufgabe der Gesellschaftspolitik. Sie dürfe nicht auf eine Sonderanstrengung für Migranten reduziert werden. Diese Menschen ausschließlich auf Grund ihrer Wanderungsgeschichte als eine „besondere“ gesellschaftliche Gruppe zu betrachten, hält Buß für eine unzulässige Vereinfachung.

Der Theologe erinnerte an das Menschenrecht, an der Gestaltung der öffentlichen Angelegenheiten seines Landes mitzuwirken. Das geltende Recht stehe einer solchen Mitwirkung vielfach im Wege. Menschen mit Zuwanderungsgeschichte seien in öffentlichen und privaten Einrichtungen kaum in verantwortlicher Position vertreten.

Alfred Buß: „Wer immer zwischen den Gruppen starre kulturelle Grenzen zieht, der legt den Keim für vergiftete und ängstliche Beziehungen zueinander und für Klischees voneinander. Kulturelle Freiheit und Vielfalt sind das Lebenselixier offener Gesellschaften.“ Dazu brauche es Respekt vor Menschen aus anderen Kulturen und die Überzeugung, dass in freien Gesellschaften Spielregeln ausgehandelt werden können, die von allen anerkannt werden.

Im Pluralismus zeige sich Gottes schöpferisches Wirken. Von Anfang an sei die Kirche auf Vielfalt hin angelegt. Und: „Das Schutzgebot für Fremde und Flüchtlinge zählt in der Bibel zu den wichtigsten.“ Wer Gott die Ehre gibt, könne die Armen und Schwachen nicht vernachlässigen.

Gemeinsam hatten die Evangelische Kirche im Rheinland, die Evangelische Kirche von Westfalen und die Lippische Landeskirche zu einem Studientag unter dem Thema „Vielfalt anerkennen und gestalten“ nach Dortmund eingeladen. Die Veranstaltung wurde von der Evangelischen Akademie Villigst und von der Evangelischen Erwachsenenbildung durchgeführt.

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