Aschermittwoch als Symbol für Vergänglichkeit und Neubeginn
Ökologie und Soziales gehören untrennbar zusammen. Das wurde beim traditionellen Sozialpolitischen Aschermittwoch der Evangelischen Kirche im Rheinland und des Katholischen Bistums Essen in Essen deutlich. Als Gastreferent hatten die beiden Kirchen diesmal den Bottroper Oberbürgermeister Bernd Tischler eingeladen.
Sozialpolitischer Aschermittwoch der Kirchen in Essen mit Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck, dem Bottroper Oberbürgermeister Bernd Tischler und Präses Nikolaus Schneider. Foto: EKiR - co. Anna Neumann.
Die Stadt Bottrop hat kürzlich den vom Initiativkreis Ruhr ausgelobten Wettbewerb zur "Innovation.City" gewonnen. Damit verbunden ist eine besondere Verantwortung für ökologische und soziale Nachhaltigkeit im Ruhrgebiet.
Der Begriff der Nachhaltigkeit ist für Tischler eng mit dem der Generationengerechtigkeit verknüpft. Dabei geht es um so elementare Fragen wie die nach dem Umgang mit vorhandenen Ressourcen, mit dem anfallenden Müll, mit der benötigen Energie und den darauf resultierenden Folgen für kommende Generationen. "Mit welchen finanziellen und ökologischen Bürden belasten wir eigentlich unsere Kinder?", fragte der Oberbürgermeister konkret und verwies darauf, dass die Stadt Bottrop wie viele andere Städte auch bemüht sei, Antworten auf und Strategien für diese Herausforderungen zu finden.
"Eine dieser Strategien ist die Entwicklung Bottrops zur Innovation City", stellte Tischler fest. Bottrop könne so Modellstadt der Energieeffizienz werden, aber das Programm gehe weit über den Klimaschutz hinaus. Ökologisch sei Bottrop bereits auf einem guten Weg, wie das Beispiel des Zentralen Busbahnhofs zeige. Dieser komme nach dem Umbau mit 60 % weniger Strom aus. Darüber hinaus verfolgt Bottrop das ehrgeizige Ziel, bis zum Jahre 2020 eine Minderung des CO2 Ausstoßes von 50 % zu erreichen.
Das Projekt " Innovation.City" habe aber auch soziale Auswirkungen, stellte der Oberbürgermeister fest. Dazu gehören Verbesserungen der Wohnbedingungen, die Senkung der Heiz- und Stromkosten durch eine effizientere Nutzung von Energie und die Senkung von Emissionen durch die Gewerbebetriebe am Ort. Besonders hob Tischler die Bedeutung von Arbeit und Bildung für Teilhabemöglichkeiten der Menschen hervor. Hier wiederum bieten Klimaschutzprojekte ein gute wirtschaftliche Chance zur Schaffung von neuen und zukunftssicheren Arbeitsplätzen für Bottrop.
Zum Schluss mahnte Bernd Tischler erneut eine angemessene Finanzausstattung der Kommunen an. Die Lebensebene der Bürgerinnen und Bürger dürfe nicht noch weiter ausbluten. Bottrop selbst können finanziell nicht viel beisteuern, aber Menschen, die bereit sind, zuzupacken, seien auch ein wichtiger Beitrag. Mit dem abschließenden Blick auf die Rolle der Kirchen hob Tischler noch einmal den Gemeinschaftsaspekt hervor, der für die Umsetzung des Projektes "Innovation.City" eine zentrale Bedeutung habe. So können vom Ruhrgebiet eine "richtungsweisende Entwicklung über das ganze Land" gehen.
Stichwort: Sozialpolitischer Aschermittwoch
Der Sozialpolitische Aschermittwoch der Kirchen wird seit 1998 gefeiert. Im Gegensatz zum Politischen Aschermittwoch der politischen Parteien will er den Tag in seiner ursprünglichen Bedeutung herausheben. Dazu laden das Bistum Essen und die Evangelische Kirche im Rheinland abwechselnd in ihre großen Innenstadtkirchen ein. .
Bei seiner Begrüßung hatte der Essener Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck darauf hingewiesen, dass der Aschermittwoch die Frage nach dem Sinn aufwirft. Overbeck wörtlich: "Was ist wirklich wichtig für unser Zusammenleben und wie kann es gerecht gestaltet werden". Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Nikolaus Schneider hielt abschließend fest, das Bedenken der Generativität des Lebens und das Bemühen um den Erhalt der Stadt, "die Gott uns gibt", seien zwei entscheidende Grundbedingungen des Lebens.
