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"Nicht zur Tagesordnung übergehen"

Angesichts des Erdbebens und der atomaren Bedrohung im Norden Japans hat der Vorstandsvorsitzende der Vereinigten Kirchenkreise Dortmund-Lünen, Superintendent Paul-Gerhard Stamm in einer Erklärung gefordert: „Wir können jetzt nicht zur Tagesordnung übergehen !“

Pfingsten
Superintendent Paul-Gerhard Stamm, Vorstandsvorsitzender der Vereinigten Kirchenkreise (VKK) Dortmund und Lünen, hat sich in einer Erklärung der VKK besorgt über die Lage in Japan geäußert.  Foto: VKK.
In der für die Vereinigten Kirchenkreise veröffentlichten Erklärung heißt es wörtlich:
 

"Die Katastrophe, die seit dem vergangenen Freitag Japan heimgesucht hat, erfüllt uns evangelische Christinnen und Christen in Dortmund und Lünen mit großer Sorge. Unser Gebet und tiefes Mitgefühl gilt den Zehntausenden Menschen, die durch das schwere Erdbeben und die verheerende Flutwelle ihre Angehörigen und Freunde, ihr Hab und Gut verloren haben.

In einem Brief der Evangelischen Gemeinde Deutscher Sprache in Japan heißt es: „Wir sind erschüttert von der Unermesslichkeit des Leids, das über so viele Menschen gekommen ist.“ Die Pfarrerin berichtet: „Vor zwei Tagen hatte ich ein Gespräch mit einem Gemeindeglied, das ganz aufgelöst davon erzählte, wie gespenstisch es sich anfühlt, weiter zu funktionieren, zu arbeiten wie immer, während gleichzeitig Menschen sterben, Welten zusammenbrechen, nichts mehr so ist wie vorher.“ Sie berichtet aber auch, dass sich die Menschen gegenseitig ermutigen mit den Worten: „Gambatte kudasai! Halten Sie sich so gut Sie können!“

Angesichts der Tragödie rufen wir auf zur Fürbitte und zu Spenden für die Opfer der Katastrophe.

Wir laden ein für Freitag, den 18. März 2011 um 18 Uhr zur Abendandacht in St. Reinoldi, um dem Mitgefühl für die Bevölkerung, der Trauer um die Toten und auch unseren Ängsten Raum zu geben.

Unsere Gedanken sind auch bei den Millionen Menschen, die jetzt zusätzlich zur Naturkatastrophe von den Folgen eines von Menschen zu verantwortenden, atomaren Desasters bedroht sind. Wenn es zur befürchteten Kernschmelze kommen sollte, würde das den verheerenden Unfall von Tschernobyl vor 25 Jahren noch um ein Vielfaches übertreffen.

 „Kernenergie ist ein Zeichen menschlicher Verantwortungslosigkeit. Wir können keine Verantwortung für etwas übernehmen, das kein Mensch beherrscht.“, hat Dr. Alfred Buß, der Präses der Westfälischen Landeskirche, am 12.3. erklärt.  Wir müssen jetzt auch für unser Land die Konsequenzen aus den Atomunfällen ziehen.

Denn die Gefahren der Atomenergie sind nicht erst seit gestern bekannt:

    * Bereits im Tschernobyljahr 1986 stellte unsere evangelische Landeskirche fest, dass „wegen der großen, vielfältigen und nicht mit Sicherheit zu beherrschenden Gefahren … die weitere Nutzung der Kernenergie mit dem uns gegebenen Auftrag, die Erde zu bebauen und zu bewahren, nicht zu vereinbaren“ ist.
    * Zuletzt im November 2010 hat sich unsere Kirche auch vom Energiekonzept der Bundesregierung distanziert. Wir haben gefordert, am Atomausstieg festzuhalten und die Restlaufzeiten der 17 deutschen Atomkraftwerke nicht zu verlängern.

Darum können wir jetzt nicht zur Tagesordnung übergehen! Aufgrund der außerordentlichen Vorkommnisse fordern wir einen echten und dauerhaften Atomausstieg und die Energiewende jetzt.                                           

Die Evangelische Kirche ruft auf zur Teilnahme an der Mahnwache vor Reinoldi im Anschluss an die Abendandacht ab 18.30 Uhr.

Wir bitten die Bürgerinnen und Bürger Dortmunds und Lünens und alle Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft die Forderungen der evangelischen Kirche zu unterstützen."

Wenn Sie für die Opfer der Katastrophe in Japan spenden wollen:

Diakonie Katastrophenhilfe , Kennwort "Erdbebenhilfe Japan".
Konto 502 707, Postbank Stuttgart, BLZ 600 100 70 oder online: www.diakonie-katastrophenhilfe.de

 

Evangelische Gemeinde Deutscher Sprache Tokyo-Yokohama
Konto 118778000, Commerzbank Leipzig, BLZ 860 400 00, Stichwort: Erdbeben

(Das Geld wird an örtliche Hilfsorganisationen weitergeleitet.)

 Schreiben Sie hier den Text rein

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