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Dortmund: Reinoldustag im Zeichen der Ökumene

Den Ausbau öffentlich geförderter Beschäftigung und das weitere Engagement gegen den Rechtsextremismus forderten am Donnerstag (19. Januar) die evangelische und katholische Kirche in Dortmund auf ihrem gemeinsamen Neujahrsempfang, dem Reinoldustag.

Dortmund: Reinoldustag im Zeichen der Ökumene

Superintendent Ulf Schlüter (2.v.l.) und Propst Andreas Coersmeier (4.v.r.) gestalten den Gottesdienst am traditionellen Reinoldustag in Dortmund. Foto: KK / Schütze

Ein öffentlicher ökumenischer Stadtgottesdienst bildete den Auftakt; im Anschluss gaben die Kirchen ein Empfang in St. Reinoldi mit Vertretern aus Politik und Wirtschaft, Bildung und Kultur.

„Wir wissen“, sagte Ulf Schlüter, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises, in seiner Predigt, „Dortmund hat viele Gesichter.“ Die Stadt sei längst „Dortbunt“. In ihr gebe es „tausende unterschiedliche Arten Kinder Gottes zu entdecken.“

In der „Zeitansage der Kirchen“ zu aktuellen Fragen forderte Propst Andreas Coersmeier, Stadtdechant der Katholischen Kirche, auf dem Empfang eine Neukonzipierung der öffentlich geförderten Beschäftigung. „Es reicht nicht aus“, so Coersmeier, „Menschen allein über Transferleistungen zu versorgen, sie müssen mit sinnvoller Arbeit auch wieder am Berufsalltag teilnehmen können“. Das sei ein Beitrag zum Schutz vor Armut. Auch in diesem Jahr wollen die beiden Kirchen „zusammen mit Gewerkschaften, Verbänden, Parteien und Initiativen wieder Akzente setzen.“ Coersmeier betonte das gemeinsame Engagement gegen Rechtsradikalismus. „Wir werden weiter konsequent festhalten am Dialog der Religionen und Kulturen.“

Auch die Stadt engagiere sich weiter gegen Armut und Arbeitslosigkeit, erklärte Oberbürgermeister Ullrich Sierau in seinem Statement. Er wies darauf hin, dass die Arbeitslosenquote in Dortmund um ein Prozent gesunken sei. „Wir haben einen ganzen Schritt nach vorn gemacht.“ Doch gebe es immer noch 15.000 Langseitarbeitslose. „Da gibt es nichts zu beschönigen.“ Und er stimmte Coersmeier zu: „Die Menschen müssen von ihrer Arbeit leben können.“

Zum Beginn des Reformationsjubiläums setzte der Reinoldustag ein Zeichen für ökumenische Verbundenheit. „Wir alle sind Einer“ war deshalb auch das Motto. Die evangelische Kirche will das Jubiläum bewusst als Christusfest feiern. „Nicht die Spaltung, sondern die Gemeinsamkeiten unseres Glaubens sollen im Mittelpunkt stehen“, sagte Coersmeier. Es sei gut, mit Martin Luther an einen Menschen zu erinnern, „der sich von Christus begeistern lies und die Rückbesinnung auf die Bibel einleitete“.

Die ökumenische Gemeinsamkeit zeichnete auch den Gottesdienst aus: Vier gemeinsame evangelische und katholische Projekte hielten die Fürbitten: die Telefonseelsorge, die Notfallseelsorge, die ökumenische Obdachloseninitiative „Gasthaus“ und die Anlaufstelle für Armutsmigranten „Willkommen Europa“. Der Redakteur Oliver Volmerich brachte es in seiner geschichtlichen Erinnerung an „Reformation und Konfessionskämpfe“ auf den Punkt: „Heute begegnen sich evangelische und katholische Christen in Dortmund auf Augenhöhe und in ökumenischer Gemeinschaft.“


Quelle: Evangelischer Kirchenkreis Dortmund