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Duisburger Synode appelliert an Landeskirche: Rettet die Seemannsmission

Keine weiteren Streichungen bei dem in Duisburg angesiedelten evangelischen Binnenschifferdienst. Darum haben die Synodalen des Evangelischen Kirchenkreises Duisburg ihre Kolleginnen und Kollegen in der Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) gebeten.

Die rheinische Landessynode muss im Januar 2015 entscheiden, ob auch die letzten Zuschüsse von 67.000 Euro an den Binnenschifferdienst / Seemannsmission im Zuge der Sparmaßnahmen der EKiR gestrichen werden. Wie wichtig die Arbeit jedoch ist, wird im Duisburger Beschluss deutlich, den die Synodalen auf ihrer Tagung am letzten Wochenende trafen: Auf dem Gebiet der EKiR befinden sich rund 700 Kilometer Binnenwasserstraßen sowie große Häfen mit überregionaler Bedeutung in Duisburg, Düsseldorf-Neuss und Köln. Entlang des Rheins, der Mosel, der Nebenflüsse und Kanäle befinden sich etliche weitere Häfen und Umschlageinrichtungen. Sie alle sind im Zuständigkeitsbereich des Evangelischen Binnenschifferdienstes und der Deutschen Seemannsmission in Duisburg.

Der Beschluss macht auch die Position der Duisburger Synodalen deutlich: „Im Interesse der betroffenen Seeleute; aber auch im Hinblick auf die ausgewiesene Qualität der Arbeit, ihrer Verankerung in der Arbeitswelt der Binnen- und Seeschifffahrt sowie der Relation von Kosten und Außenwirkung ist der Erhalt des Arbeitsgebietes Seemannsmission zusammen mit dem Binnenschifferdienst aus Sicht des Kirchenkreises Duisburg unbedingt notwendig.“

Erhielt die Einrichtung in 2006 noch 212.850 Euro, wurden diese von der Landeskirche bis 2013 auf 112.850 Euro zurückgefahren. Zuletzt beschloss die Landessynode Anfang 2014, dass der Binnenschifferdienst ab 2016 nur noch 67.850 Euro erhalten soll. Wegen der bisherigen Kürzungen muss der Binnenschifferdienst das Haus der Schiffergemeinde in Duisburg Homberg zum 31.07.2015 schließen; die Jugendarbeit und die Unterbringung von Binnenschiffern und Seeleuten wird ebenfalls aufgegeben.

Sollten durch den Beschluss im nächsten Jahr auch die letzten Zuschüsse gestrichen werden, müsste selbst das Arbeitsgebiet Seemannsmission aufgegeben werden. Die Einrichtung würde sich auf die Arbeit des Pfarrstelleninhabers mit dem Boot reduzieren.

In einem weiteren einstimmigen Beschluss bittet das Duisburger Kirchenparlament die Landessynodalen, auf ihrer nächsten Tagung nicht für die vorgeschlagenen Kürzungen von 340.000 Euro im Bereich der Jugendarbeit zu stimmen. Vielmehr solle erst über eine Neukonzeption der landeskirchlichen Jugendarbeit nachgedacht werden, die dann auch - inhaltlich begründete - finanzielle Kürzungen beinhaltet.

Wenig Diskussionsbedarf und ein einstimmiges Votum gab es zum Leitbild des Kirchenkreises, denn der vorgelegte Entwurf ist durch ein zweimaliges, breit angelegtes Beteiligungsverfahren von Gemeinden, Einrichtungen und Werken des Kirchenkreises entstanden. Das Leitbild dient der Selbstvergewisserung und zeigt auf, was evangelische Kirche in Duisburg von ihrem Auftrag durch den christlichen Glauben her ist und will.

So betont das Leitbild u.a., dass der Evangelische Kirchenkreis Duisburg Anteil an den historischen und aktuellen Entwicklungen der Stadt Duisburg hat und als Teil des Gemeinwesens den Auftrag hat, sich für das Wohlergehen der Stadt einzusetzen: „Gemeinden, Einrichtungen und Werke des Kirchenkreises wollen gemeinsam handeln und sich für eine gleichberechtigte Teilhabe der Benachteiligten und Ausgegrenzten am Zusammenleben einsetzen.“

Dies geschieht in Verkündigung und Gottesdienst, Seelsorge und Beratung, Erziehung und Bildung, Diakonie und Sozialpolitik sowie Mission und Ökumene als den zentralen kirchlichen Handlungs- und Arbeitsfeldern.  


Quelle: Evangelischer Kirchenkreis Duisburg