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Rückblick mit Dank

Die Kulturhauptstadt Ruhr.2010 neigt sich langsam dem Ende zu. Grund genug für die beteiligten Landeskirchen, einen ersten Rückblick zu halten und "Danke" zu sagen. Dazu hatten die beiden Präsides, Alfred Buß und Nikolaus Schneider sowie die beiden Leiter des Evangelischen Kulturbüros, Pfarrer Andreas Volke und Pfarrer Andreas Isenburg, nach Essen in die Erlöserkirche eingeladen.


Das Projekt "Engel der Kulturen", hier vorgestellt von dem Künstler-Paar Carmen Dietrich und Gregor Merten und Willy Overbeck (Mitte links im Gespräch mit Andreas Volke) hat die Kulturhauptstadt weit über die Grenzen des Ruhrgebiets bekannt gemacht. Foto: Volker Mendorf
Nach einer kleinen Stärkung für alle führten die beiden Pfarrer die ca. 50 geladenen Gäste durch ein abwechslungsreiches und interessantes Programm. Während sie vorne Kurzinterviews mit den Initiatoren und Veranstaltern der größeren Kulturhauptstadtprojekte führten, ließen die auf einer großen Leinwand gezeigten Bilder einen Eindruck von all dem entstehen, was sich im Laufe des Jahres alles ereignet hat.

Dazwischen Musikbeiträge von einem Bläserensemble und von Kantor Andreas Fröhling (Gelsenkirchen) an der imposanten Schuke-Orgel der Erlöserkirche. Mit sehr persönlichen Worten dankte Landeskirchenrätin Karin Moskon-Raschick (Evangelische Kirche von Westfalen) den beiden Kulturbüro-Pfarrern Volke und Isenburg für ihre ebenso engagierte wie beharrliche Arbeit. Auf die Frage "Wo krieg ich Hilfe, wo?" habe es immer eine gute Antwort gegeben: "Bei Andreas im Kulturbüro", sagte die Landeskirchenrätin. 

Musikalische Höhepunkte des Kulturhauptstadtjahres waren die zahlreichen Orgelkonzerte im Rahmen der Orgellandschaft Ruhr, der Zyklus der Bachkantaten, das Babelprojekt, das Reformationskonzert in der Essener Philharmonie und das Großereignis gleich zu Beginn, die Aufführung des Musikals "Die zehn Gebote" in der Dortmunder Westfalenhalle. Einige der Projekte werden auch in Zukunft eine Fortsetzung erfahren.
 
Bochum erhält mit dem Platz des europäischen Versprechens nicht nur eine bleibende Erinnerung an das Kulturhauptstadtjahr, sondern auch ein Versprechen für die Zukunft. Die Lichtinstallationen verschiedener Künstler an mehreren öffentlichen orten in Dortmund werden auch vielen Unbeteiligten in guter Erinnerung bleiben. Zu den außergewöhnlichen Projekten gehört auch die Schattenkultur, eine Kunstausstellung mitten aus dem Leben von Gefangenen im Alten Hafthaus Moers. Barbara Roth vom Justizministerium des Landes Nordrhein-Westfalen, die die Ausstellung begleitet hat, sieht darin auch einen bleibenden Impuls für die Arbeit im Strafvollzug.

Eine Wiederholung des ersten kirchlichen Filmfestivals von Recklinghausen wird es, so Mitorganisator Thomas Damm, wahrscheinlich in einer abgespeckten Version geben. Auch Hans Hubbertz, der mit dem Blinken Bibel Projekt, bei dem man per SMS und Laser seinen Lieblingsbibelspruch an eine Hauswand in Marl projizieren konnte, denkt an eine Neuauflage.

All diese und noch viele andere Projekte und Veranstaltungen haben, so Andreas Volke, "mit dazu beigetragen, dass die Kirchen als ältester Kulturträger der Region einen unverzichtbaren Akzent und wichtige Impulse für die Zukunft setzen konnten." Bleibt zu hoffen, dass neben den Projekten, die weiterlaufen oder neu aufgelegt werden, die evangelische Kulturarbeit im Ruhrgebiet auch künftig einen festen Ort und eine organisierte Struktur haben wird. Auf jeden Fall wird es nach Ablauf des 31.03.2011 auf die Frage "Wo krieg ich Hilfe, wo?" nur noch die Antwort geben: "Hilfe gibt´s auch anderswo." 

 
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