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Evangelisch in Bochum und Eppendorf

Bochum als ein großer Evangelischer Kirchenkreis „tief im Westen“ hat viel zu bieten. Neben Beratungsstellen, evangelischen Krankenhäusern, der Stadtakademie und vielen Einrichtungen des Diakonischen Werkes gibt es derzeit 18 Kirchengemeinden: jede ein Original und Unikat.

Hier an dieser Stelle kann es nur um eine kleine Auswahl gehen, die neugierig machen will auf drei exemplarische Modelle von Kirche:

1. Die Melanchthonkirche als „Kultur-Raum - Kulturkirche“

2. Die Stiepeler Dorfkirche als „Kulturdenkmal - Kirche“

3. Die Christuskirche Bochum als „Kirche der Kulturen - Stadtkirche“

„Auf ihre je eigene Weise geben alle drei Profilkirchen Gott die Ehre und dienen dem Menschen. Und in allen drei Kirchen - aber nicht nur dort - gibt es hoch engagierte Menschen, hauptamtliche und ehrenamtliche, die diese Profile und Projekte tragen.“ (Superintendent Fred Sobiech)

KULTURRAUM MELANCHTHONKIRCHE


Bochum Melanchthon

Die Evangelische Melanchthonkirchengemeinde Bochum sieht einen wichtigen Aspekt ihrer Arbeit im kulturellen Bereich. Durch die Sparten Bildende Kunst, Musik, Literatur, Theater und Film werden neue Wege beschritten, zeitgenössische Kunst in einen kritischen Dialog mit kirchlichen Situationen zu bringen. So wird der Kirchenraum als öffentlicher Raum erfahrbar.
Die Veranstaltungen des Kulturraums sind eng verzahnt mit der Gemeindewirklichkeit vor Ort. Insbesondere gottesdienstliche Situationen werden im Dialog mit Kunst vertieft und ermöglicht. So entfaltet zum Beispiel die Mittagskirche den Dialog zwischen Literatur und Musik exemplarisch auf ein Halbjahresthema hin. Ein weihnachtliches Konzert oder eine Lesung am Karfreitag, die von manchen Besuchern als „profaner“ Gottesdienst besucht werden, verdeutlichen die geistliche Dimension dieser Kulturarbeit. Schließlich entspricht den gemeindlichen Bedürfnissen, dass persönliche Begegnungen mit Künstlerinnen und Künstlern ein wesentlichen Element der Wahrnehmung von Kunst sind.
Die Arbeit der Kulturraums Melanchthonkirche ist vernetzt mit anderen Institutionen in Bochum: so dem Museum Bochum oder der Galerie M im Ausstellungsbereich; dem Schauspielhaus in der Nachbarschaft bei Konzertlesungen und den Bochumer Symphonikern im konzertanten Bereich.

Die Stiepeler Dorfkirche


Bochum Stiepeler Dorfkirche
Zu den kulturellen und architektonischen Perlen Bochums gehört die Stiepeler Dorfkirche. Errichtet um 1008 liegt sie idyllisch im Ruhrtal und scheint so gar nicht in das Bild einer Ruhrgebietskirche zu passen. Vermutlich ist die Kirche das älteste Baudenkmal Bochums

und noch eines der schönsten dazu. Bei ihrer Gründung wurde zunächst eine Saalkirche errichtet, die um 1150 von einer romanischen Basilika überbaut wurde. Im letzten Viertel des 15. Jahrhunderts erfuhr die Basilika eine Erweiterung zur spätgotischen Hallenkirche.
Wand und Deckenmalereien aus dem 12. und späten 15. Jahrhundert verzieren das
Innere der Kirche. Aus romanischer Zeit stammt die Darstellung des
Bethlehemitischen Kindermordes in der nördlichen Seitenapsis und die daran
anschließende Flucht nach Ägypten, außerdem der richtende Christus mit den
Brüdern Kain (mit Ährengabe) und Abel (mit Lamm). Die reichen Dekorationsmalereien –
Marmorierungen, Ornamentbänder und Teppiche – in den romanischen Gewölben
finden Entsprechungen in anderen Kirchen Westfalens, sind in dieser Fülle jedoch
einmalig.
Der Schwerpunkt der gemeindlichen Arbeit ist bestimmt durch das 1000-jährige Kulturdenkmal „Stiepeler Dorfkirche“. In ihr wird eine Vielzahl von Gottesdiensten gefeiert, deren Schwerpunkt der evangelischen Tradition folgend auf Predigt, gemeindlichem
Gesang und musikalischer Ausgestaltung liegt. Im Laufe eines Jahres werden Menschen aus den
unterschiedlichsten Regionen Deutschlands sachkundig durch die Kirche geführt.
Zum kirchenmusikalischen Profil der Kirchengemeinde gehören Kantatengottesdienste, kammermusikalische Veranstaltungen und Orgelkonzerte. Besonders beliebt ist die Dorfkirche für Trauungen und Taufen, ebenso für Gottesdienste zu privaten Anlässen.
Das 1000-jährige Jubiläum der Stiepeler Dorfkirche wird im Jahr 2008 mit einem attraktiven Programm gefeiert. ( Link: Programm )

Christuskirche Bochum - Kirche der Kulturen


Bochum Christuskirche Im Mai 1945 ragte der Turm der Christuskirche aus den Trümmern einer Stadt, die keine mehr war. Ausgerechnet dieser Turm, dessen Eingangshalle 1931 als "Heldengedenkhalle" eingeweiht worden war:
Raumfüllend das Mosaik mit den Namen von 1358 Bochumern, die bereits im Ersten Weltkrieg gefallen waren, daneben die Namen der 28 "Feindstaaten". Von B wie Belgien über P wie Polen bis U wie Uruguay - als seien die Fronten auf Dauer gestellt.
Dass dieser Turm heute noch steht, lässt sich nur als Protest begreifen gegen die Gewalt, der er selber zum Ausdruck verhalf.
Und so nur lässt sich die neue Christuskirche verstehen. Ein Kirchenschiff, vollkommen bilderlos, das sich auf den alten Turm bezieht, indem es sich absetzt von ihm. Das Ensemble setzt sich auseinander, es bricht mit seiner Vergangenheit, ohne sie zu
leugnen. Durch diesen Bruch hindurch aber macht die Christuskirche bewusst, dass alle Kultur nur noch im Plural zu haben ist, im Eingedenken auch der unheilvollen Tradition und der Verbrechen der eigenen Vorfahren. So kann aus Weltkriegen Weltmusik werden und aus der Kultur des Krieges die Kirche der Kulturen.
1879 Einweihung der Christuskirche Bochum
1931 Einweihung der "Heldengedenkhalle" im Turm
1943 Zerstörung des Kirchenschiffs
1959 Einweihung der neuen Christuskirche Bochum
2000 Nutzungskonzept für eine "Kirche der Kulturen"

Weitere Informationen zum Evangelischen Kirchenkreis Bochum finden Sie unter www.kirchenkreis-bochum.de.