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ökumenischen Gedenkgottesdienst für die "Unbedachten dieser Stadt" mit Oberbürgermeister Reinhard Paß

Essens Oberbürgermeister Reinhard Paß besucht am Dienstag, 9. Februar, den nächsten ökumenischen Gedenkgottesdienst für die "Unbedachten dieser Stadt", der um 17 Uhr in der Marktkirche, Markt 2/Porschekanzel, beginnt.

What Appointment
When 2010-02-09
from 17:00 to 18:30
Where Essen, Marktkirche
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Die liturgische Gestaltung übernehmen die leitenden Theologen der Katholischen und der Evangelischen Kirche in Essen, Stadtdechant Dr.
Jürgen Cleve und Superintendent Irmenfried Mundt. Mit seiner Teilnahme am Gottesdienstbesuch will Reinhard Paß zum Ausdruck bringen, für wie wichtig und sinnvoll er diese Form des Gedenkens hält.

Seit zwei Jahren findet in Essen einmal im Monat ein sogenannter Gedenkgottesdienst für die "Unbedachten dieser Stadt" statt: Die ökumenische Andacht erinnert an jene Verstorbenen, die ohne jede Trauerfeier auf Veranlassung des städtischen Ordnungsamtes eingeäschert und anonym beigesetzt werden mussten. In jedem Jahr kommt es rund dreihundert Mal vor, dass sich trotz intensiver Suche kein Angehöriger und auch sonst niemand findet, der die Bestattung veranlasst. Weil sie den Gedanken, dass verstorbene Menschen ohne eine würdige Form des Abschieds bestattet werden, unerträglich fanden, suchten Seelsorger der beiden großen christlichen Konfessionen gemeinsam nach einem Ausweg.
Dabei orientierten sie sich an ähnlichen Abschiedsfeiern, wie sie schon seit einigen Jahren in Köln stattfinden. Mittlerweile ist aus der Initiative einer kleinen ökumenischen Arbeitsgruppe heraus auch in Essen eine feste Gedenktradition entstanden; regelmäßig kommen weit über einhundert Bürgerinnen und Bürger zu den Gottesdiensten. Andere Städte im Ruhrgebiet -  Mülheim, Dortmund und Bochum - haben mittlerweile ähnliche Gedenkfeiern gestartet.

Für jeden der Verstorbenen wird im Gottesdienst eine Kerze angezündet, ihre Namen werden verlesen und in ein Gedenkbuch eingetragen: "Auf diese Weise wollen wir daran erinnern, dass die Würde eines Menschen nicht mit seinem Tod endet", erklären die Initiatoren. "Jeder Mensch hat während seines Lebens unauslöschbare Spuren hinterlassen. Jeder Name wird in das 'Buch des Lebens' eingetragen, das das Andenken an die Verstorbenen bewahrt - auch über das Ende des Lebens hinaus."

Zu den Gedenkgottesdiensten, die immer am zweiten Dienstag im Monat stattfinden, laden die christlichen Kirchen und die Stadt Essen gemeinsam ein. Der Ort für die Gottesdienste wechselt jährlich zwischen der Marktkirche und dem Hohen Dom zu Essen; in diesem Jahr ist wieder die Marktkirche an der Reihe. Auch die WAZ-Mediengruppe unterstützt diese Form des Gedenkens: Einige Tage vor dem jeweiligen Gottesdienst werden in den beiden Essener Tageszeitungen Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) und Neue Ruhr Zeitung (NRZ) sowie in den Anzeigenblättern des Stadtspiegels kostenlose Traueranzeigen geschaltet, in denen die Namen der Verstorbenen aufgeführt sind.